Gute Ernährung heute

Für Fitness, Gesundheit und Schlankheit ist die optimale Versorgung unseres Körpers vor allem mit den essentiellen Nährstoffen, die unser Körper nicht selbst herstellen kann, wichtig. Mangelzustände können unter anderem zu Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen,  Infekten, Magen-Darm-Problemen und Depressivität führen.

In unserer modernen Gesellschaft gewinnt die optimale Versorgung unseres Körpers mit allen wichtigen Nährstoffen eine immer größere Bedeutung für unsere Gesundheit. Denn: Während unser Kalorienbedarf immer weiter sinkt, bleibt unser Bedarf an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen weitgehend unverändert. In Zeiten von Convenience-Food, Take away und Fertignahrung sinkt der Nährstoffgehalt in vielen unserer Nahrungsmittel.

Daher ist es wichtiger denn je, sich vielseitig und durchdacht zu ernähren. Dies gilt insbesondere für diejenigen unter uns, die einen besonders hohen Nährstoffbedarf haben oder deren Kalorienbedarf besonders niedrig ist: Ältere, Frauen, Stressgeplagte.

 

Immer wieder wird über hygienische Mängel und Verunreinigungen unserer Lebensmittel berichtet. Trotzdem ist unsere Nahrung heute im Großen und Ganzen so hygienisch, qualitativ hochwertig und vielfältig, wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit.

Wer seinen Körper in unserer modernen Industriegesellschaft gut ernähren und mit allen wichtigen Mikronährstoffen versorgen will, steht jedoch vor einem historisch ganz neuen Problem:

Kalorienbedarf sinkt

Die fortschreitende Mechanisierung und Automatisierung unseres Alltags schreitet immer weiter fort. Damit verbrauchen wir für die Bewältigung unseres Alltags immer weniger Energie; mit zunehmendem Alter sinkt unser Nährstoffbedarf weiter. Daher benötigen die Meisten von uns nur etwa 2000 – 3000 kcal pro Tag und damit nur etwa halb soviel wie Generationen und Abergenerationen unserer Vorfahren, also zur Zeit unserer Menschwerdung.

Nährstoffbedarf bleibt gleich

Muskelarbeit verbrennt Kalorien, verbraucht aber kaum Vitamine, Mineralstoffe und Spuren-elemente. Trotz sinkender Muskelarbeit haben wir daher den gleichen Bedarf an diesen essentiellen Nährstoffen; er steigt sogar mit zunehmendem Alter und bei Dauerbelastung.

Mangel an Mikronährstoffen

Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente

Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für gesunde Erwachsene, nicht schwanger, nicht stillend.


Die für unseren Körper essentiellen Mineralien, Vitmamine und Spurenelemente sind besonders in frischen und ursprünglichen Nahrungsmitteln enthalten; zum Beispiel in Vollkornprodukten, regionalem Gemüse und Obst, Nüssen und Samen sowie Milchprodukten, Fleisch und Fisch in adäquaten Mengen (s.u.).

Viele unserer modernen Nahrungsmittel enthalten pro Energieeinheit aber relativ wenig Mikronährstoffe, da sie zu fett und zu süß oder zu stark verarbeitet sind.

 

Wie gut wir mit den verschiedenen Nährstoffen versorgt sind hat die Nationale Verzehrsstudie II des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel untersucht. Lesen Sie hier über die Ergebnisse.

 

Immer mehr Zucker

Unsere Vorfahren kannten Zucker nur in Form von Honig und reifen Früchten. Honig musste den Bienen im Wald abgeluchst werden, Früchte waren viel weniger süß als heute. Mit dem zunehmenden Handel und der Raffinierung von Zucker begann der Zuckerkonsum zu steigen, blieb aber lange einer kleinen Elite vorbehalten. Heute isst der durchschnittliche Deutsche mehr als 100 g Zucker pro Tag und damit etwa 10 Mal so viel wie unsere Urgroßeltern vor 100 Jahren.

Da sich nicht nur unsere Geschmacksnerven sondern auch unser Stoffwechsel an den schnellen Energieträger Zucker gewöhnt, steigt unser Zuckerkonsum immer weiter an. Seit den 1990-er Jahre wird in der Lebensmittelindustrie zunehmend Fruktosesirup eingesetzt, der noch süßer ist als Haushaltszucker. Seither hat sich der Verbrauch von Zucker weiter beschleunigt. Den größten Teil dieses Zuckers sehen wir nicht, weil er in Lebensmitteln steckt (s. Grafik, Quelle: dpa-infografik GmbH). Bei vielen davon denken wir gar nicht an Zucker, weil wir die Lebensmittel gar nicht als süß empfinden (Pizza, Ketchup); bei anderen überdeckt ein scheinbar positive Image den viel zu hohen Zuckergehalt (Fruchtsaft, Joghurt, Smoothie).

Der zunehmende Zucker- und Fruktosekonsum wird von Gesundheitsexperten als eine Ursache des dramatischen Anstiegs von Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen schon bei Kindern diskutiert.

Zu viel Fett

Fett ist ein Geschmacksträger. Diese Binsenweisheit machen sich viele Nahrungsmittelhersteller zu nutze und schaffen so günstige Nahrungsmittel, die uns unwiderstehlich gut schmecken. Problem dabei ist nicht nur der zu hohe Fettkonsum, sondern vor allem auch die schlechte Qualität der oft eingesetzten gehärteten Fette mit wenig ungesättigten Fettsäuren. Der zunehmende Einsatz von Palmöl hat darüber hinaus verheerende Umweltzerstörung in den Anbauländern zu Folge.

 

Damit wir jederzeit gut mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt sind, sollte unsere Nahrung also eine möglichst hohe Nährstoffdichte haben. Wegen des steigenden Konsums von Fertignahrung, Convenience-Produkten und hochkalorischen Nahrungsmitteln fehlen unserer Nahrung aber ausreichende Mengen immer mehr wichtiger Nährstoffe.


Nährstoffbedarf mit durchdachter Ernährung decken

Damit wir also alle für uns wichtigen Nährstoffe mit der zur Verfügung stehenden Nahrungsmenge aufnehmen können, müssen wir uns nicht nur vielseitig und gesund sondern vor allem auch sehr durchdacht ernähren.

Dazu hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) einen 10-Punkte-Plan für die gesunde Ernährung aufgestellt.

Dieser soll sicher stellen, dass wir von allen Makro- und Mikronährstoffen die richtigen Mengen zu uns nehmen.

In wieweit uns dies gelingt hat das Bundesfor- schungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel im Rahmen der nationalen Verzehrsstudie II untersucht.